Welches Umgangsmodell

Fortsetzung

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Im Wesentlichen können drei Umgangsmodelle unterschieden werden:

Das Residenzmodell

Das Residenzmodell ist das wohl verbreitetste Umgangsmodell, bei dem das Kind seinen gewöhnlichen Aufenthalt bei einem Elternteil hat und dem anderen Elternteil ein regelmäßiger Umgang eingeräumt wird. Eine klassische Regelung ist der Umgang an jedem zweiten Wochenende und ggf. zusätzlich an einem Nachmittag in der Woche. Die Ferien werden in der Regel gleichmäßig aufgeteilt, ebenso die Feiertage, wobei der Heiligabend in der Regel dem Elternteil zusteht, bei dem das Kind seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat.

Das Wechselmodell

Beim Wechselmodell hat das Kind seinen gewöhnlichen Aufenthalt nicht nur bei einem Elternteil, da es zwischen dem Wohnsitz der Mutter und dem des Vaters regelmäßig wechselt. Der Wechsel erfolgt häufig im wöchentlichen Rhythmus, wird aber auch tageweise praktiziert. Vom paritätischen Wechselmodell spricht man dann, wenn sich das Kind zu gleichen Anteilen bei Mutter und Vater aufhält. Ferien und Feiertage werden entsprechend aufgeteilt. Das Wechselmodell führt nicht automatisch dazu, dass keine Ansprüche auf Kindesunterhalt bestehen, sondern nur zu einer anderen Berechnungsmethode. Lassen Sie sich dazu unbedingt rechtlich beraten. 2016 entschied der BGH, dass das Wechselmodell auch gegen den Willen eines Elternteils angeordnet werden kann, wenn es dem Kindeswohl am besten entspricht. Möchten Sie dazu mehr erfahren, klicken Sie hier.

Das Nestmodell

Im Kern ist das Nestmodell das Gegenstück zum Wechselmodell, denn auch hier üben beide Elternteile die elterliche Sorge gleichermaßen aus. Im Gegensatz zum Wechselmodell behält das Kind jedoch seinen festen Aufenthaltsort und die Eltern wechseln sich mit der Betreuung des Kindes ab, d. h. sie wechseln zwischen der ehemaligen gemeinschaftlichen Wohnung und der neuen eigenen. Inwieweit das Nestmodell dauerhaft praktikabel ist, lässt sich schwer einschätzen. Mit Sicherheit fordert dieses Modell von den Eltern das größte Maß an Kooperationsbereitschaft. Das Nestmodell kann vor allem als Übergangslösung in Betracht kommen, um bei einer Trennung das Konfliktpotential dadurch zu vermindern, dass der Verbleib des Kindes und die Frage der künftigen Nutzung der gemeinsamen Wohnung zunächst außen vor bleiben. In der Praxis wird das Nestmodell aus meiner Erfahrung vor allem als Übergangslösung von Familien mit einem Eigenheim gewählt. Aus der Perspektive des Kindes hat dieses Modell den Vorteil, dass das Kind relativ wenig Veränderung des Umfelds durch die Trennung der Eltern erfährt.

Möchten Sie sich zur Gestaltung des Umgangs für Ihr Kind beraten lassen oder eine Umgangsregel treffen bzw. eine gerichtliche Entscheidung herbeiführen, helfe ich Ihnen gern weiter. Nehmen Sie hier Kontakt mit mir auf oder rufen Sie an.

Telefon: 030 20 25 36 29


Rechtsanwältin
Katrin Günther

Rechtsanwältin Katrin Günther
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