Trennung oder Scheidung

Fortsetzung

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Gesetzliches Erbrecht

Bis zur Einreichung des Scheidungsantrags besteht ein gesetzliches Erbrecht des anderen Ehegatten. Auch wenn Sie ein Testament zu Gunsten eines anderen, z. B. eines neuen Partners, errichten, müssen Sie beachten, dass dem Ehegatten ein Pflichtteilsanspruch bleibt, der die Hälfte des gesetzlichen Erbteils ausmacht, soweit Sie nichts anderes vereinbaren. Lassen Sie sich hierzu unbedingt juristisch beraten. Gern können Sie hier Kontakt mit mir aufnehmen.

Steuerklasse

Unabhängig davon, ob Sie sich scheiden lassen oder dauerhaft getrennt leben wollen, erhalten Sie bereits im Folgejahr der Trennung die Steuerklasse I oder II. Trennen Sie sich beispielsweise am 01.04. 2017, müssen Sie die Steuerklasse zum 01.01.2018 ändern lassen. Nicht anderes gilt, wenn die Trennung erst am 01.12.2017 erfolgt. Steuerrechtlich hat also eine dauerhafte Trennung keinen Vorteil im Vergleich zu einer Scheidung nach Ablauf des Trennungsjahres.

Krankenversicherung

Bis zur rechtskräftigen Scheidung besteht ein Anspruch auf Familienversicherung. Betroffen sind davon nicht erwerbstätige Eheleute, die beim anderen Ehegatten mitversichert sind. Nach der Scheidung muss sich jeder Ehegatte selbst versichern. Die Beitragszahlungen sind, soweit ein Anspruch auf nachehelichen Ehegattenunterhalt besteht, im Rahmen des Unterhaltsanspruchs zu berücksichtigen.

Vermögensauseinandersetzung

Abhängig davon, in welchem Güterstand die Eheleute leben und wie die Vermögensverhältnisse sind, ist ggf. eine formbedürftige Vereinbarung der Eheleute ratsam. Leben Sie z. B. im Güterstand der Zugewinngemeinschaft, d. h. haben Sie keinen Ehevertrag geschlossen, könnten bei Beendigung der Ehe vermögensrechtliche Ausgleichsansprüche bestehen, nämlich dann, wenn während der Ehezeit ein Ehegatte sein Vermögen mehr mehren konnte als der andere. Stichtag für die Berechnung des Endvermögens ist grundsätzlich der Tag der Rechtsgängigkeit des Scheidungsantrags. Lassen Sie sich unbedingt rechtlich beraten, welche Möglichkeiten der Vermögensauseinandersetzung bestehen und wie eine Regelung aussehen kann. Gern können Sie hier Kontakt mit mir aufnehmen.

Versorgungsausgleich

Mit der Ehescheidung wird im Regelfall der Versorgungsausgleich durchgeführt, d. h. die während der Ehezeit erworbenen Anwaltschaften auf Versorgung von Alters wegen werden unter den Ehegatten ausgeglichen. Dieser Ausgleich erfüllt in erster Linie den Zweck, dass der Ehegatte, der während der Ehezeit keine oder nur geringere Altersvorsorge betreiben konnte, z. B. weil er wegen der Betreuung der gemeinsamen Kinder nicht erwerbstätig war, nach der Ehescheidung nicht schlechter gestellt ist. Für die Berechnung der Ehezeit ist ausschlaggebend, wann der Scheidungsantrag gestellt bzw. rechtshängig wurde. Lassen Sie sich unbedingt rechtlich beraten, welche Möglichkeiten des Ausschlusses bestehen und wie eine Regelung erfolgen kann. Gern können Sie hier Kontakt mit mir aufnehmen.

Trennungsunterhalt/nachehelicher Ehegattenunterhalt

Sowohl während der Trennung als auch nach Ehescheidung können Unterhaltsansprüche eines Ehegatten gegen den anderen bestehen. Inwieweit das der Fall ist, kann an dieser Stelle nicht näher erörtert werden, da diese Frage eine konkrete, umfassende juristische Prüfung erfordert. Allgemein hinzuweisen ist jedoch auf den Umstand, dass die Dauer der Ehe Einfluss auf die Frage haben kann, ob ein Anspruch auf nachehelichen Unterhalt besteht.

Auch wenn die Ehegatten seit langem getrennt leben, ist ein Verzicht auf Trennungsunterhalts für die Zukunft grundsätzlich nicht möglich. Hingegen kann auf nachehelichen Unterhalt durch Vereinbarung der Ehegatten verzichtet werden. Zu beachten sind dabei die Formerfordernisse. Die Anforderungen an Ehegattenunterhalt während des Getrenntlebens sind i. d. R. weniger streng als die des Unterhalts nach Ehescheidung. Lassen Sie sich unbedingt zur Frage des Ehegattenunterhalts rechtlich beraten. Sie können hier Kontakt mit mir aufnehmen.

Nachteile der dauerhaften Trennung

Auch nach Aufhebung der häuslichen Gemeinschaft endet die gegenseitige Pflicht zu Beistand und Fürsorge grundsätzlich nicht, es werden allenfalls verminderte Anforderungen im Rahmen des Zumutbaren gestellt.

Nachteile können sich auch ergeben, wenn ein Ehegatte eine neue Ehe schließen möchte, da zunächst ein oft langwidriges Scheidungsverfahren geführt werden muss. Erwartet die Ehefrau von ihrem neuen Partner ein Kind, so gilt dieses als Kind des Ehegatten, solange die Ehe nicht geschieden ist. In den Fällen dauerhafter Trennung muss dann ein Verfahren auf Anfechtung der Vaterschaft geführt werden.

Entscheiden sich Eheleute, sich nicht scheiden zu lassen, sondern dauerhaft getrennt zu leben, empfiehlt sich der Abschluss einer Trennungs- und ggf. Ehescheidungsfolgenvereinbarung. Welche Punkte in dieser geregelt werden sollten, kann nur im Rahmen einer ausführlichen, fallbezogenen juristischen Beratung beantwortet werden. Gern unterstütze ich Sie bei Ihrer Entscheidung. Nehmen Sie hier Kontakt mit mir auf oder rufen Sie an. Telefon: 030 20 25 36 29

Gern können Sie sich im Downloadbereich das Merkblatt „Trennung und Scheidung“ als pdf-Datei herunterladen, auf dem Sie in einer kurzen Übersicht die wesentlichen Punkte zum Thema Trennung und Scheidung finden. Klicken sie dazu hier.


Rechtsanwältin
Katrin Günther

Rechtsanwältin Katrin Günther
Tel.: 030-20253629
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10117 Berlin

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